Univ.-Prof. Dr. Wilfried Engemann

Sprechstunde

Meine Sprechstunde findet donnerstags 15–16 Uhr und nach Vereinbarung statt.

Kurzbiographie

  • geboren 1959 in Dresden
  • 1977-1983 Studium der Evangelischen Theologie am Theologischen Seminar Leipzig
  • 1983 Erstes Theologisches Examen
  • 1983 bis 1984 Vikariat (I) in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens
  • 1984 bis 1989 Wissenschaftlicher Assistent am Theologischen Seminar Leipzig, zunächst für die Fächer Altes Testament und Praktische Theologie, ab 1986 nur noch für Praktische Theologie
  • 1985 Promotion im Fach Praktische Theologie an der Universität Rostock zur Relevanz kommunikationspsychologischer Prozesse für homiletische Fragestellungen (Titel: Persönlichkeitsstruktur und Predigt)
  • 1989-1990 Vikariat (II) in der Evangelischen Landeskirche Greifswald mit abschließendem Zweiten Examen
  • 1990 Habilitation an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (Titel: Kritik der Homiletik aus semiotischer Sicht)
  • 1990 bis 1994 Privatdozent für Praktische Theologie an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und Pfarrer an der Marienkirche Greifswald
  • 1994 Ruf auf den Lehrstuhl für Praktische Theologie an die Westfälische Wilhelms-Universität Münster
  • 1997 Ruf auf den Lehrstuhl für Praktische Theologie an die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (abgelehnt)
  • September 1994 bis August 2011 Universitätsprofessor für Praktische Theologie und Universitätsprediger an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
  • ab September 2011 Universitätsprofessor am Institut für Praktische Theologie und Religionspsychologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien
  • Verfasser bzw. Herausgeber zahlreicher Monographien, Aufsätze, Handbücher und Reihen
  • Hobbies: Klavier, Fotografie

Projekte

Otto Haendler: Schriften und Vorträge zur Praktischen Theologie (OHPTh),
herausgegeben und eingeleitet von Wilfried Engemann

Die Auseinandersetzungen um die psychologische Dimension sowohl der religiösen Praxis als auch der theologischen Arbeit gehören zu den folgenreichsten Diskursen der Theologie des 20. Jahrhunderts. In ihnen manifestiert sich die Suche nach neuen Kriterien der Praktischen Theologie, angefangen bei einer zeitgenössischen Anthropologie bis hin zu einer der Lebenswirklichkeit von Menschen gerecht werdenden Glaubenskultur. Otto Haendler (1890-1981) hat in dieser Hinsicht Bahnbrechendes geleistet und durch den direkten Dialog mit den Humanwissenschaftlern (unter anderem durch persönliche Kontakte mit Carl Gustav Jung) neue Standards und Reflexionsperspektiven in der Praktischen Theologie etabliert. Bedingt durch seine Professorentätigkeit unter den reglementierenden Publikationsbedingungen der DDR sind jedoch seine Arbeiten – gemessen an ihrer faktischen Bedeutung für die Entwicklung des Fachs – zum Teil nur wenig bekannt oder gar nicht veröffentlicht.
Basierend auf einer bereits erfolgten, umfangreichen Recherche und einer digitalen Aufbereitung der praktisch-theologischen Schriften und Vorträge Otto Haendlers geht es nun darum, eine sorgfältige Auswahl der teils veröffentlichten, teils unveröffentlichten Texte in einer wissenschaftlichen, auf fünf Bände konzipierten Edition im Zusammenhang zugänglich zu machen. Das Interesse dieses Projekt richtet sich nicht nur auf eine systematische Präsentation brisanter Texte der Diskursgeschichte der Praktischen Theologie, sondern auf deren Erschließung anhand von Einleitungen, Kommentaren und Querverweisen. Dabei wird sowohl auf den zeitgenössischen Kontext der Schriften als auch – soweit es sich um schon publiziertes Material handelt – auf die Rezeption seit ihrem Erscheinen Bezug genommen.
Die Edition soll bis Ende 2019 vollständig ediert vorliegen. Sie dürfte zur Überwindung schematistischer Klischees über „Phasen“ und „Epochen“ der Theologie des 20. Jahrhunderts beitragen und die Notwendigkeit sowie den bleibenden Gewinn des Dialogs zwischen Theologie und Humanwissenschaften markieren. Vor allem aber ist von dieser „Spurensicherung“ zu erwarten, dass sie ihrerseits neue Anregungen für eine zeitgenössische Praktische Theologie liefert, die ihre anthropologischen Prämissen und Perspektiven nicht nur dogmatischen Ableitungen verdankt, sondern im Dialog mit den Humanwissenschaften erarbeiten muss.

Publikationsplan

OHPTh 1 (2015): Praktische Theologie.Grundriss, Vorträge und Miszellen
OHPTh 2 (2017): Homiletik.Monographien, Aufsätze und Predigtmeditationen
OHPTh 3 (2018): Seelsorge. Monographien, Aufsätze und Vorträge
OHPTh 4 (2019): Glaube und Lebenswelt. Monographien, Aufsätze und Vorträge
OHPTh 5 (2019): Praxis des Christentums. Schriften, Predigten und Kasualansprachen

Begleitete Dissertations- und Habilitationsprojekte

Mitgliedschaften

  • Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Semiotik; Informationen zur Arbeit der Deutschen Gesellschaft für Semiotik (DGS) und zur Sektion Theologie und Religionswissenschaft (Vorstand 2006 bis 2008)
  • Mitglied der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Theologie e.V.
  • Mitglied der Societas Homiletica
  • Mitglied der Ethik-Kommission der Ärztekammer NRW und der Medizinischen Fakultät der Universität Münster (2006-2011)
  • Mitglied der Hans-Fallada-Gesellschaft e. V.

Homiletische Entwürfe Studierender

An dieser Stelle finden Sie Predigtentwürfe, an denen nachvollzogen werden kann, wie der Prozess der Erarbeitung einer Predigt aussehen kann, wenn die im Homiletischen Se-minar erörterten Reflexionsperspektiven konstruktiv zum Tragen kommen. Die aufgeführten Beispiele sollen die Funktion der einzelnen Arbeitsschritte verdeutlichen; die Predigten gelten nicht als Muster für „richtige Predigtaussagen“, sondern als Modell für den nachvollziehbaren Versuch einer sowohl theologisch begründeten als auch situationsbezogenen Kanzelrede.