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Wilfried Engemann

Wilfried Engemann (Hg.): Menschsein und Religion. Anthropologische Probleme und Perspektiven der religiösen Praxis des Christentums

Vandenhoeck & Ruprecht, Vienna University Press, Göttingen 2016, 223 S. (ISBN 978-3-8471-0522-0)

Aus anthropologischer Sicht ist Religion nur dann eine »gute Empfehlung«, wenn sie den Einzelnen darin un-terstützt, Mensch zu sein bzw. durch eine entsprechende Glaubenskultur als Mensch zum Vorschein zu kom-men. Dazu gehört es, unter vorgegebenen Bedingungen ein nicht vorgegebenes Leben in Freiheit führen und sich als Subjekt erfahren zu können. Die interdisziplinär argumentierenden Beiträge dieses Buches nehmen die damit verbundenen Herausforderungen in den Blick. Ausgehend von der kritischen Frage, inwieweit die empirisch wahrnehmbare Praxis des Christentums dem Menschsein des Menschen Rechnung trägt, werden Kategorien und Kriterien eines Verständnisses von Religion erörtert, in der das Menschsein des Menschen nicht primär als Problem, sondern als Anliegen theologischer Arbeit geltend gemacht wird.

Wilfried Engemann (Hg.): Handbuch der Seelsorge. Grundlagen und Profile

Evangelische Verlagsanstalt, 3., völlig neubearbearbeitete und erweiterte Auflage, Leipzig 2016, 708 S.(ISBN 978-3-374-04258-6)

Das nunmehr in 3. Auflage vorliegende Handbuch bietet eine systematische Darstellung und Kommentierung der Theorie und Praxis der Seelsorge. Der Band ist in sechs Teile gegliedert, die sich mit den Voraussetzungen (I), Traditionen (II), Elementen und Strukturen (III), Ansätzen und Perspektiven (IV) sowie mit den Anlässen und Situationen (V) der Seelsorge befassen. Neu hinzugefügt wurde ein Kapitel zu speziellen Bedingungen und institutionellen Kontexten der Seelsorge (VI). Die genannten Gebiete der Seelsorge wurden in 34 Beiträgen problemorientiert erschlossen und für diese Auflage weitestgehend neu bearbeitet. Aufgrund seiner übersichtlichen Struktur und seiner längsschnittartigen Diskurse eignet sich dieser Band als Lehr- und Studienbuch ebenso wie als zuverlässiges Nachschlagewerk.

Otto Haendler: Praktische Theologie. Grundriss, Aufsätze und Vorträge (= Otto Haendler: Schriften und Vorträge zur Praktischen Theologie [OHPTh], Bd. 1)

Herausgegeben und eingeleitet von Wilfried Engemann. – Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 2015. – 671 S. (ISBN 978-3-374-03138-2)

Otto Haendler (1890–1981) hat mit Beginn der 1940er Jahre einen wachsenden Einfluss auf die Praktische Theologie gewonnen, der bis in die Gegenwart nachwirkt. Seine kühnen Weichenstellungen vor allem auf dem Gebiet der Predigtlehre und der Seelsorge stellten tiefe Eingriffe in die bis dahin geläufigen Argumentationsmuster dar, die den personalen Bedingungen der christlichen Glaubenskultur seiner Zeit kaum Rechnung zu tragen vermochten. Heute gehören Haendlers im Dialog mit den Humanwissenschaften seiner Zeit entwickelten Problemanzeigen und Lösungsperspektiven zum Standardrepertoire praktisch-theologischer Arbeit. Sie legen unter anderem dar, was es heißt, wenn die Subjekthaftigkeit der kirchlichen Amtsträger und Gemeindeglieder als Herausforderung und Chance der Kommunikation und Aneignung des christlichen Glaubens verstanden wird.

Wilfried Engemann (Hg.): Glaubenskultur und Lebenskunst. Interdisziplinäre Herausforderungen zeitgenössischer Theologie (= WJTh 10)

Hg. im Auftrag der Ev.-Theol. Fakultät der Universität Wien. ­– Göttingen/Wien: Vandenhoeck & Ruprecht Unipress, 2014. ­– 298 S.

Der 10. Band des „Wiener Jahrbuchs für Theologie“ kommt unter dem Thema „Glaubenskultur und Lebenskunst“ auf Fragen zu sprechen, die für eine zeitgenössische Theologie von großem Gewicht sind. Sie stellen die Lebensdienlichkeit der Traditionen, Inhalte und Formen der religiösen Praxis des Christentums in den Mittelpunkt der Betrachtung. Damit werden anthropologische Prämissen und Perspektiven in den Blick genommen, die auch die Konzeption von Gottesdiensten, die Auslegung biblischer Texte oder das Verständnis menschlicher Freiheit betreffen. Christliche Theologie muss die Kategorie eines „Lebens aus Glauben“ so plausibilisieren, dass sich Menschen nicht vor der Alternative sehen, entweder gerne Mensch oder religiös zu sein, sondern die Erfahrung machen, im Glauben als Mensch zum Vorschein zu kommen.

Á mælikvarða mannsins. Leiðir til samtímalegrar prédikunar (isländisch; dt: Als Mensch zum Vorschein kommen. Impulse für eine zeitgenössische Predigtkultur).

Übersetzt von Gunnar Kristjánsson. – Reykjavik (IS): Kjalarnessprófastsdæmi, 2012. – 230 S.

Die Predigtlehre ist ein Schlüsselfach der Theologie. Wer predigt, muss sich als Theologe und glaubender Zeitgenosse exponieren und artikulieren. Predigen setzt daher die Auseinandersetzung mit den Problemen der Gegenwart, mit der christlichen Tradition, mit der eigenen Person und Sprache sowie weiteren Faktoren voraus, unter denen die Predigt als öffentliche Rede entsteht. Die in diesem Band zusammengefassten 13 Vorträge sind zwischen 2004 und 2011 im Rahmen der Pfarrerfortbildung in Skalhólt auf Island gehalten worden. Sie bieten eine Einführung in die Grundfragen einer zeitgenössischen Predigtkultur und sind aus dem engen Dialog der Homiletik mit der Psychologie, der Sprachwissenschaft und den Sozialwissenschaften erwachsen. Das vorliegende Buch will die Lust an der Predigt neu wecken und Predigerinnen und Prediger daran erinnern, wie viel sie selbst von dieser Facette theologischer Arbeit profitieren können.

Einführung in die Homiletik (UTB 2128)

2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. – Tübingen/Basel: Verlag A. Francke – G. Narr –  Attempo, 2011.  – XXVI u. 548 S.

Die Homiletik ist ein Schlüsselfach der Theologie. Im Dialog mit allen anderen theologischen Disziplinen sowie mit den benachbarten Human- und Geisteswissenschaften entwickelt sie Kriterien für eine zeitgenössische Kultur der Predigt.

Unter Einbeziehung aktueller Forschungsergebnisse legt Wilfried Engemann in dieser Neuauflage seines Standardwerks die Voraussetzungen, Argumente, Modelle und Perspektiven der Homiletik leichtverständlich dar. Darüber hinaus werden klassische und neuere Formen der Predigtanalyse vorgestellt. Empirische Problemskizzen, zahlreiche Abbildungen und praktische Anleitungen sorgen für hohe Anschaulichkeit. Somit ist die vorliegende Einführung begleitendes Lehrbuch, zuverlässiges Nachschlagewerk und anregende Arbeitshilfe in einem.

Frihed og kristen livskunst (dänisch; dt.: Freiheit und christliche Lebenskunst).

Übersetzt von Hanne Sander. – Frederiksberg (DK): Aros Forlag,  2011. – 159 S.

Bogen er en samling af den tyske teolog Wilfried Engemanns prædikener, som afspejler en bevægelse i hans teologiske profil.

Med udgangspunkt i prædikenen og dens kommunikative muligheder vil Engemann formidle Bibelens budskab, som ud over at omhandle frelse og forløsning, også handler om at tilegne sig den ægte frihed.

Wilfried Engemann (Hg.): Handbuch der Seelsorge. Grundlagen und Profile.

2., verbesserte Auflage. – Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 2009. – 531 S.

Das Handbuch bietet eine systematische Darstellung und Kommentierung der Theorie und Praxis der Seelsorge. Der Band ist in fünf Teile untergliedert, die sich mit den Voraussetzungen (I), Elementen und Strukturen (II), Ansätzen und Perspektiven (III), Anlässen und Situationen (IV) sowie mit den Ressourcen der Seelsorge (V) befassen. Diese Gebiete der Seelsorge werden in 28 Beiträgen problemorientiert erschlossen. Die Autoren haben sich der Aufgabe gestellt, bei der Aufbereitung der einzelnen Themen und Aspekte eine Art Spurensicherung vorzunehmen. Die Herausbildung wichtiger theologischer und psychologischer Einsichten, die Erkundung übersehener Probleme, die Entwicklung innovativer Fragestellungen und profilierter Ansätze, die immer vollständigere Wahrnehmung einzelner Elemente und Kontexte des seelsorglichen Gesprächs usw. – dies alles wird längsschnittartig in den Blick genommen und auf aktuelle Diskurse bezogen. Aufgrund seiner übersichtlichen Struktur und seines weiten, jedoch klar abgesteckten Horizonts eignet sich dieser Band als Lehr- und Studienbuch ebenso wie als zuverlässiges Nachschlagewerk.

Wilfried Engemann/Frank Lütze (Hg.): Grundfragen der Predigt. Ein homiletisches Studienbuch.

2., verbesserte Auflage. – Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 2009. – 432 S.

Das Buch bietet Schlüsseltexte zur Theorie und Praxis der Predigt. Dabei geht es um die Theologie der Predigt, die Person des Predigers, die Rolle der Hörer, den Textbezug, die sprachlichen Aspekte, die Predigt als liturgischer Akt sowie um Fragen der Analyse und der praktischen Erarbeitung von Predigten gleichermaßen. Die einzelnen Schwerpunkte der Homiletik werden problemorientiert dargestellt und jeweils aus einer theorie- und einer praxisorientierten Perspektive in den Blick genommen. Sämtlichen Texten ist eine Einleitung vorangestellt, die die jeweiligen Themen und Fragestellungen problemgeschichtlich verortet und soweit möglich auf das Gesamtwerk der einzelnen Autoren bezieht.

Aneignung der Freiheit. Essays zur christlichen Lebenskunst.

Stuttgart: Kreuz-Verlag, 2007. – 221 S.

Glaube ist eine Form der Wahrnehmung von Freiheit. Doch was heißt das in einer Zeit, in der Menschen gerade im Bereich der persönlichen Lebensgestaltung die Erfahrung machen, vor lauter Selbstbestimmung erschöpft zu sein? In Freiheit leben zu können hat offenbar damit zu tun, Möglichkeiten und Grenzen des eigenen Lebens zu kennen, unter denen Umfang und Art unserer Freiheit erst Kontur bekommen. Dementsprechend hat die Praxis christlicher Religion mit dem Wahrnehmen von Lebensbedingungen zu tun. Die vorliegenden Essays beziehen das Lebenswissen der jüdisch-christlichen Tradition auf konkrete Erfahrungen der Unfreiheit, um vor deren Hintergrund den Glauben als Ressource eines Lebens in Freiheit zu thematisieren.

Wilfried Engemann/Frank Lütze (Hg.): Grundfragen der Predigt. Ein homiletisches Studienbuch.

1. Auflage. – Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 2006. – 432 S.

Das Buch bietet Schlüsseltexte zur Theorie und Praxis der Predigt. Dabei geht es um die Theologie der Predigt, die Person des Predigers, die Rolle der Hörer, den Text-bezug, die sprachlichen Aspekte, die Predigt als liturgi-scher Akt sowie um Fragen der Analyse und der prakti-schen Erarbeitung von Predigten gleichermaßen.

Die einzelnen Schwerpunkte der Homiletik werden pro-blemorientiert dargestellt und jeweils aus einer theorie- und einer praxisorientierten Perspektive in den Blick ge-nommen. Sämtlichen Texten ist eine Einleitung vorange-stellt, die die jeweiligen Themen und Fragestellungen problemgeschichtlich verortet und soweit möglich auf das Gesamtwerk der einzelnen Autoren bezieht.

Personen, Zeichen und das Evangelium. Argumentationsmuster der Praktischen Theologie.

Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 2003. – (APrTh; Bd. 23). – 425 S.

Die Kommunikation des Evangeliums ist ein Prozess, der von Personen auf der Basis von Zeichen gestaltet wird. Was immer einer dem anderen zu verstehen gibt, steht erstens in einem Bezug zu der beteiligten Person, die mit der Sache stets auch etwas über sich selbst und von ihren Erwartungen mitteilt. Wer etwas sagt, bedarf zweitens sprachlicher, gestischer, räumlicher Zeichen, um seiner Mitteilung Gestalt zu geben. Für die Theologie sind Personen und Zeichen darüber hinaus von besonderer Brisanz: Wer über die Modalitäten der Kommunikation des Evangeliums nachdenkt und sie als Offenbarungsgeschehen begreifen will und wer die Inhalts- und Beziehungsebene in Seelsorge und Predigt thematisieren und die Verkörperung christlicher Religion in Symbolen verstehen will, muss sich mit diesen Zusammenhängen auseinander setzen. Aus diesem Interesse entfalten die hier zusammengestellten Beiträge ein kohärentes Verständnis der Praktischen Theologie und ihrer Probleme.

Einführung in die Homiletik (UTB 2128)

1. Auflage. –  Tübingen/Basel: Francke, 2002

Dieses Buch führt in das gesamte Gebiet der Predigtlehre ein, wobei theologische Aspekte, homiletische Konzeptionen, Impulse aus der Geschichte der Homiletik sowie predigtanalytische und -praktische Fragen gleichermaßen Berücksichtigung finden. Es ist Lehrbuch und Kompendium, Studienbuch und Arbeitshilfe in einem. Nach einer systematischen Analyse gegenwärtiger Probleme der Predigt (Teil l) wird der spezifische Mitteilungscharakter und -prozess der Predigt theologisch erörtert (Teil II). Ausgehend von den einzelnen Elementen dieses Prozesses werden nach dem Schema Problemgeschichte – Gegenwärtige Reflexionsperspektiven – Homiletische Kategorien die einzelnen methodischen Grundlagen der Homiletik erschlossen (Teil III). Teil IV führt in die Ansätze, Schritte und Leitfragen der Predigtanalyse ein. Ein umfangreicher Anhang bietet neben einem „Modell zur Erarbeitung einer Predigt“ und ausführlichen Registern weiteres Material für die homiletische Praxis.

Theologie der Predigt. Grundlagen – Modelle – Konsequenzen.

FS für Karl-Heinrich Bieritz. – Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 2001. – (APrTh; Bd. 21). – 415 S.

Wie viel Theologie braucht eine Predigt? Zum einen gehört die Predigt selbst zu den zentralen Gegenständen protestantischer Theologie. Es gilt, in theologischer Zeitgenossenschaft zu den Menschen, die bestimmte Veränderungen in Kirche und Gesellschaft miterleben, neu über die Funktion der Predigt in der Öffentlichkeit nachzudenken, die Aufgabe der Predigt zu präzisieren und nach homiletischer Kompetenz zu fragen. Also: Wer predigt, braucht Theologie.

Zum anderen gilt: Wer predigt, kommt nicht umhin, an exponierter Stelle Theologie zu treiben, nämlich in der Öffentlichkeit. Dementsprechend befassen sich die Autoren in insgesamt 22 Beiträgen mit der Gegenüberstellung von homiletischer Theoriebildung und Predigtpraxis (Teil I), mit der Frage nach der Begründung und Aufgabe der Predigt (Teil II), mit der Predigt im gegenwärtigen gesellschaftlichen Kontext (Teil III), als Teil des gottesdienstlichen Prozesses (Teil IV) sowie mit Fragen der homiletischen Didaktik.

Ernten, wo man nicht gesät hat: Rechtfertigungspredigt heute.

Mit einem Geleitwort von Karl-Heinrich Bieritz. – Bielefeld: Luther-Verlag, 2001. – 128 S.

„In diesem Buch passieren lauter unwahrscheinliche Dinge. Ein beleibter Firmenchef entkommt durch das schmale Sakristeifenster einer nächtlichen Kirche. Ein Kind singt in einem überfüllten Bahnabteil sich selbst in den Schlaf und die Mitreisenden in den Himmel. Dilettantische Fischer werden am Ufer von einem Unbekannten mit einem opulenten Frühstück bewirtet. – Das kommt Ihnen bekannt vor, sagen Sie? Das haben Sie schon irgendwo gelesen? Natürlich: Es sind ja alles Geschichten, die in der Bibel stehen.

Aber es braucht wohl eine Menge Phantasie, um sie in dem alten Buch aufzustöbern … Die unwahrscheinlichsten Geschichten von einem wahrscheinlichen Gott – und einem unwahrscheinlichen Leben, das die unwahrscheinlichsten Wendungen bereit hält.“ (Aus dem Geleitwort von Karl-Heinrich Bieritz.)

Die Texte von Wilfried Engemann, entstanden in den Jahren 1995-2000, sind keine Predigten über die Rechtfertigung aus Glauben. Sie zeichnen aber nach und nehmen vorweg, was geschieht, wenn aus der Begegnung mit dem Evangelium gerechtfertigte, befreite Menschen hervorgehen und bedrückende Verhältnisse sich ändern.

Wie kommt ein Prediger auf die Kanzel?

Elemente zu einer Theologie der Predigt im Kontext des Weimarer Predigtstreits. 21 Thesen. – Waltrop: Spenner, 1999. – (Wechselwirkungen. Traktate zur Praktischen Theologie; Bd. 33). – 62 S.

Dieser Band befasst sich in besonderer Weise mit der Relevanz amtstheologischer Fragen für die gegenwärtige Predigtkultur. In diesem Zusammenhang wird die Predigt u. a. als Lebensäußerung der Gemeinde bestimmt, werden Ziele und Bedingungen homiletischer Praxis erörtert, die eine Skizzierung einer „inneren Logik“ des Predigtamtes einschließen. Die Frage nach der Eignung für das Predigtamt schließt die in dieser Broschüre zusammengefassten Überlegungen ab.

Wider die Verdummung des Salzes: Predigten aus dem Bauch der Dicken Marie (Kanzelreden 1990-1992).

Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 1993. – 140 S.

Wilfried Engemanns Predigten aus dem Bauch der „Dicken Marie“, St. Marien in Greifswald, entstanden in der Zeit der „Wende“ zwischen Dezember 1989 und Ende 1992.

Sie sind keine politischen reden im engeren Sinne, wohl aber Zeugnisse dafür, dass man sich nicht heraushalten kann, wenn man sich dem verpflichtet fühlt, der seine Anhänger „Salz der Erde“ genannt hat. Mit Gottes Hilfe können immer wieder herzhafte Prisen jenes kostbaren Gewürzes in die Eintöpfe der Welt fallen. Um diese Gabe vor Verklumpung zu schützen, gibt es kaum etwas Geeigneteres als das geglaubte und gepredigte Evangelium.

Semiotische Homiletik: Prämissen – Analysen – Konsequenzen.

Tübingen: Francke-Verlag, 1993. – XVII, 243 S.: 15 Abb., 2 Faltbl.

Die Homiletik, ihre kommunikationswissenschaftlichen Prämissen, ihre Möglichkeiten und Grenzen – einschließlich der damit verbundenen Theologie der Predigt – sind das Thema dieser Studie. Wilfried Engemann demonstriert auf der Grundlage einer aus der Semiotik entwi­ckelten Kommunikationstheorie, inwiefern das Predigtgeschehen von verschiedensten kommunikationspraktischen Gegebenheiten betroffen ist, angefangen bei der Verfertigung eines Redemanuskripts bis hin zur Rezeptionsweise des Hörers. Gestützt auf umfangreiche Predigtanalysen arbeitet Engemann semiotische Faktoren heraus, die das Hören und Verstehen einer Predigt beeinträchtigen und verhindern, aber auch schärfen bzw. vertiefen können.

Im Ergebnis dieser kritischen Auseinandersetzung kommt eine Predigtkultur in den Blick, die die Interpreta­tionsbedürftigkeit und -fähigkeit der Kanzelrede nicht als Dilemma betrachtet, sondern als eines der Prinzipien der Aneignung von Kommunikationsinhalten (einschließlich der christlichen Tradition) und einer eigenen Glaubenshaltung betrachtet.

Persönlichkeitsstruktur und Predigt: Homiletik aus transaktionsanalytischer Sicht.

2. aktualisierte und verb. Auflage. – Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 1992. – 117 S.

„Hier wird konsequent Ernst damit gemacht, dass die Predigt den Gesetzmäßigkeiten der Kommunion unterworfen ist. In einer Predigt ist nicht nur Gottes Wort ‚unterwegs’; unterwegs ist auch der Prediger. Die Subjektivität des Predigers muss akzeptiert werden, sie ist aus dem Predigtgeschehen nicht herauszudividieren. Und in das Predigtgeschehen gehen natürlich auch die Hörer ein, auch sie sind ‚unterwegs’ – sie suchen dies oder jenes in der Predigt, sie sind geneigt, sich zu ärgern oder zu freuen, sie achten vielleicht auf Schwachstellen …

Engemann kommt das Verdienst zu, für solche Interaktionsmuster ein scharf geschliffenes Analyse-Instrumentarium bereitgestellt zu haben; und man kann nur hoffen, dass es in der Homiletik auch genutzt wird. Und zwar nicht nur zur Analyse, sondern auch zur Therapie homiletischen Fehlverhaltens. Glücklicherweise ist der Weg von der Analyse zur Therapie nicht weit; in der Psychoanalyse und auch sonst in der Psychotherapie hat bereits die Erkenntnis bisher unbewusster Funktionszusammenhänge einen therapeutischen Effekt.“

(Aus einer Besprechung in: Walter Rebell, Psychologisches Grundwissen für Theologien. Ein Handbuch, München 1988)

Wilfried Engemann/Rainer Volp (Hg.): Gib mir ein Zeichen: Zur Bedeutung der Semiotik für theologische Praxis- und Denkmodelle.

Berlin/New York: de Gruyter, 1992. – (APrTh; Bd. 1). – XII, 264 S.

Das Buch reflektiert und dokumentiert die weitreichenden Konsequenzen, die grundsätzliche Einsichten der Semiotik für Praxis- und Denkmodelle der Theologie hergeben.

Aus dem Inhalt: W. Engemann: Semiotik und Theologie. Szenen einer Ehe • H. Deuser: Christliche Religion – Zeichen unter Zeichen? • W. A. Koch: Gott und die Welt. Theogenese als Semiogenese der Kultur • K.-H. Bieritz: Umberto Eco – Umrisse einer atheistischen Theologie • F. Hiddemann: Geheimnis und Rätsel. Studie zum Gebrauch zweier Begriffe in Theologie und Ästhetik • R. Roosen: Simplicissimus und Don Quixote. Mosaiksteine aus der Geschichte der religiösen Zeichendeutung • H.-E. Thomé: Am Bildschirm: Die Botschaften der Christusreproduktion • M. Heider: Die Unendlichkeit Gottes – ein fraktales Bild • W. Engemann: Wie beerbt man die Dialektische Theologie? Kleine homiletische Studie • R. Volp: Grenzmarkierung und Grenzüberschreitung. Gottesdienst als semiotische Aufgabe • G. Lukken: Die Bedeutung der Semiotik Greimas' und der Pariser Schule für die Liturgiewissenschaft • R. Sequeira: Liturgische Körper- und Gebärdensprache als Thema der Semiotik • H. Muck: Umwertungen im Raumgefüge "Kirche". Eine semiotische Darstellung der wechselvollen Raumbeziehungen • J. Scharfenberg: Gib mir ein Symbol. Identitätsfindung durch religiöse Symbole • D. Roller: Wie offen wird die Botschaft sein? Zum Bildungsdilemma der Kirchen.

Persönlichkeitsstruktur und Predigt: Homiletik aus transaktionsanalytischer Sicht.

1. Aufl. – Berlin: Evangelische Verlagsanstalt, 1989. – (AVTRW 83). – 104 S.

„Hier wird konsequent Ernst damit gemacht, dass die Predigt den Gesetzmäßigkeiten der Kommunion unterworfen ist. In einer Predigt ist nicht nur Gottes Wort ‚unterwegs’; unterwegs ist auch der Prediger. Die Subjektivität des Predigers muss akzeptiert werden, sie ist aus dem Predigtgeschehen nicht herauszudividieren. Und in das Predigtgeschehen gehen natürlich auch die Hörer ein, auch sie sind ‚unterwegs’ – sie suchen dies oder jenes in der Predigt, sie sind geneigt, sich zu ärgern oder zu freuen, sie achten vielleicht auf Schwachstellen.

Engemann kommt das Verdienst zu, für solche Interaktionsmuster ein scharf geschliffenes Analyse-Instrumentarium bereitgestellt zu haben; und man kann nur hoffen, dass es in der Homiletik auch genutzt wird. Und zwar nicht nur zur Analyse, sondern auch zur Therapie homiletischen Fehlverhaltens. Glücklicherweise ist der Weg von der Analyse zur Therapie nicht weit; in der Psychoanalyse und auch sonst in der Psychotherapie hat bereits die Erkenntnis bisher unbewusster Funktionszusammenhänge einen therapeutischen Effekt.“ (Aus einer Besprechung in: Walter Rebell, Psychologisches Grundwissen für Theologien. Ein Handbuch, München 1988.)

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