Persönlichkeitsstruktur und Predigt: Homiletik aus transaktionsanalytischer Sicht.

2. aktualisierte und verb. Auflage, Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 1992, 117 S.

„Hier wird konsequent Ernst damit gemacht, dass die Predigt den Gesetzmäßigkeiten der Kommunion unterworfen ist. In einer Predigt ist nicht nur Gottes Wort ‚unterwegs’; unterwegs ist auch der Prediger. Die Subjektivität des Predigers muss akzeptiert werden, sie ist aus dem Predigtgeschehen nicht herauszudividieren. Und in das Predigtgeschehen gehen natürlich auch die Hörer ein, auch sie sind ‚unterwegs’ – sie suchen dies oder jenes in der Predigt, sie sind geneigt, sich zu ärgern oder zu freuen, sie achten vielleicht auf Schwachstellen …

Engemann kommt das Verdienst zu, für solche Interaktionsmuster ein scharf geschliffenes Analyse-Instrumentarium bereitgestellt zu haben; und man kann nur hoffen, dass es in der Homiletik auch genutzt wird. Und zwar nicht nur zur Analyse, sondern auch zur Therapie homiletischen Fehlverhaltens. Glücklicherweise ist der Weg von der Analyse zur Therapie nicht weit; in der Psychoanalyse und auch sonst in der Psychotherapie hat bereits die Erkenntnis bisher unbewusster Funktionszusammenhänge einen therapeutischen Effekt.“

(Aus einer Besprechung in: Walter Rebell, Psychologisches Grundwissen für Theologien. Ein Handbuch, München 1988)